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TEIL 2: Evergreen Endkonsolidierung - So klappt‘s mit IDL.KONSIS

In Teil 1 des Artikels haben wir uns mit den prinzipiellen Anforderungen an die Endkonsolidierung beschäftigt, in Teil 2 liegt der Fokus nun auf dem Thema Geldströme und der Anwendung von IAS 7.42.   

Kapitalflussrechnung, Cash Flow Statement, Geldflussrechnung. Drei Namen für ein und denselben Bestandteil des Konzernabschlusses. Doch während im angelsächsischen Raum und teilweise in der Schweiz einvernehmlich der Begriff Geld eingesetzt wird, bedient sich der deutsche Gesetzgeber des Begriffs Kapital im monetären betriebswirtschaftlichen Sinne.

Dabei geht es also nicht um das Vermögen und/ oder Eigenkapital – womit wir in der Regel den Begriff Kapital verbinden –, sondern um Geld, vielmehr um Geldströme.

IAS 7.42

Gemäß IAS 7.42 sind die Geldströme aus dem Abgang von vollkonsolidierten Unternehmen dem Investitionsbereich zuzuordnen. Diese Geldströme umfassen den eingegangenen Verkaufs-preis bei der Mutter abzüglich der abgegangenen Zahlungsmittel des Tochterunternehmens. Im Abschluss des Mutterunternehmens wird neben der Erlösbuchung der Abgang der Anteile am Tochterunternehmen erfolgswirksam erfasst.   

Die Endkonsolidierungsbuchung umfasst, neben dem Abgang der Zahlungsmittel, das komplette restliche Reinvermögen des Tochterunternehmens. Das Reinvermögen wiederum wird im Einzelnen durch den eingespielten Einzelabschluss und die Erst- und Folgekonsolidierungsbuchungen dargestellt.

Logik verstehen

Lassen Sie uns das durch ein einfaches Zahlenbeispiel in sieben Abbildungen verdeutlichen. Die einzelnen Abbildungen finden Sie im PDF-Artikel zum Download.

Abbildung 1 - Hier die Konzernbilanz vor der Endkonsolidierung. Aus Vereinfachungsgründen verzichten wir auf die OCIs, deren Abgang ohnehin nicht zahlungswirksam wäre.   

Abbildung 2 - Im Einzelabschluss des Mutterunternehmens erfolgt jetzt die Verbuchung des Verkaufs. Hierbei werden die Bank, das Eigenkapital (laufendes Ergebnis) und die Finanzanlagen angesprochen. 

Abbildung 3 - Im Konzernabschluss erfolgt jetzt die Endkonsolidierung. Hierbei wird das gesamte Reinvermögen des Tochter-unternehmens (Einzelabschluss- und Konsolidierungsbuchungen) ausgebucht. Ausgebucht werden hier auch die Konsolidierungsbuchungen bei dem Mutterunternehmen in diesem Zusammenhang. Im weiteren Verlauf werden die einbehaltenen Anteile berücksichtigt.    

Abbildung 4 - Wir sortieren die Bewegungen aus den Tabellen 2 und 3 grob, so als ob es sich dabei um sonstige Bewegungen handeln würde.   

Abbildung 5 - Wir entwickeln das weiter, indem wir die drei Bereiche der Kapitalflussrechnung mit den Spaltenüberschriften aus den Tabellen 2 und 3 anreichern. Und so könnte das Ergebnis aussehen:    

Abbildung 6 - Als Nächstes sortieren wir die Bewegungen IAS 7.42-konform: alle Bewegungen, die aus einer Endkonsolidierung resultieren, im Investitionsbereich.    

Abbildung 7 - Hier die Kapitalflussrechnung unter Berücksichtigung von IAS 7.42.   

Vergleichen wir Tabelle 5 mit der Tabelle 7 bzw. Tabelle 4 mit der Tabelle 6, fällt es uns leichter, das Ziel von IAS 7.42 zu verstehen.

Logik in IDL.KONSIS hinterlegen

Dieses Verständnis setzen wir für die Umsetzung ein, am besten als dauerhafte Lösung in der Konsolidierungssoftware IDL.KONSIS. Denn, einmal eingerichtet, steht uns diese Lösung zu jeder Endkonsolidierung zur Verfügung. Und wir können anschließend jeder Endkonsolidierung entspannt entgegenschauen.

Kapitalflussrechnung automatisiert durchführen

Wir analysieren jetzt die Bewegungen. Ziel soll sein, die Bewegungen in „unproblematische - einzeln abgreifbar“ und „problematische - nicht einzeln abgreifbar“ zu katalogisieren. Dafür greifen wir bewusst auf die Tabelle 4 zurück, da in der Regel die vorhandenen Kapitalflussrechnungen so oder so ähnlich aufgebaut sind.

Es sieht so aus, als könnten 72,7% der Bewegungen unproblematisch, ohne weiteren Aufwand, direkt abgegriffen und im Bereich Cash Flow aus der Investitionstätigkeit einsortiert werden. Darüber hinaus scheinen 27,3% der Bewegungen, die in der G&V erfasst sind und über das Periodenergebnis in der Kapitalflussrechnung landen, eine Herausforderung darzustellen.

Da es sich jedoch dabei um genau drei Buchungen handelt, ist diese Herausforderung leicht zu bewältigen. Wir können ein statistisches Konto einrichten und darauf die Bewegungen (1), (2), (3) und (5) in der Summe erfassen. Jetzt ist noch die Kapitalflussrechnung gemäß IAS 7.42 aufzustellen. Dafür gehen wir wie folgt in der Reportzeilenbeschreibung vor:

Jetzt ist noch die Kapitalflussrechnung gemäß IAS 7.42 aufzustellen. Dafür gehen wir wie folgt in der Reportzeilenbeschreibung vor:

  • Variante I: 1) Die Bewegungen (4) und (6) bis (11) dem Investitionsbereich zuordnen. 2) Das statistische Konto ebenfalls – die Summe der Bewegungen (1), (2), (3) und (5) – dem Investitionsbereich zuordnen. 3) Das Periodenergebnis um die Bewegungen (1), (2), (3) und (5) bereinigen, indem wir das statistische Konto mit P- hier zuordnen.

Alternativ können wir zwei statistische Konten einrichten: ein Konto für die Bewegung (1) und ein zweites Konto für die Bewegungen (2), (3) und (5) zusammen. Und dann in der Reportzeilenbeschreibung wie folgt vorgehen:

  • Variante II: 1) Das Periodenergebnis um die Bewegungen (1), (2), (3) und (5) bereinigen (P-). 2) Die Bewegung (1) dem Investitionsbereich zuordnen. 3) Den Abgang der Liquiden Mittel dem Investitionsbereich zuordnen. 4) Die Bewegungen (2) bis (11), ergänzt um den Abgang der Liquiden Mittel, in einer Kontrollzeile zusammenfassen. Alternativ kann das auch weggelassen werden.

Bei der Kapitalflussrechnung nach IAS 7.19b würde es ähnlich funktionieren. Nur würden wir, anstatt das Periodenergebnis zu korrigieren, die Korrektur weiter unten, jedoch immer noch im operativen Bereich, vornehmen. Ob wir die Geldströme nach der Variante I indirekt oder nach der Variante II direkt ermitteln: Der manuelle Aufwand hält sich in Grenzen.

Und auch diese Restarbeit kann mit einem IDL-Tool, dem Excel Add-in IDL.XLSLINK, umgesetzt werden, so dass auch diese automatisiert erfolgen kann. Somit hätten wir eine vollständig automatisierte und nachhaltig dokumentierte Kapitalflussrechnung, ganz nach dem Wunsch unseres Adressaten.

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