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Rückblick: Fachseminar Kommunaler Gesamtabschluss, Beteiligungscontrolling und Gesamtsteuerung

Bei IDL Wissen Kompakt Fachseminar "Kommunen" trafen sich am 22. November 2018 rund 40 Teilnehmer, vornehmlich aus hessischen Städten, Gemeinden und Landkreisen, um sich zu den Themen Kommunale Gesamtsteuerung und Kommunaler Gesamtabschluss (KGA) zu informieren. Wichtig war den Teilnehmern besonders der Blick in die Praxis und der Austausch mit anderen Kommunen. Rege Diskussionen mit den Referenten und im Teilnehmerkreis zeigten, dass man sich derzeit stark mit neuen Anforderungen an das Berichtswesen auseinandersetzt. 

Die Vorträge: Aktueller Umsetzungstand und Trends

Das Fachseminar bot das passende Forum, um sich einen Überblick zu verschaffen, Kontakte zu knüpfen und praxistaugliche Anregungen mit nach Hause zu nehmen. Die Grundlagen legte Prof. Dr. Andreas Lasar von der Hochschule Osnabrück mit einem Einblick in aktuelle Studien des Kompetenzzentrums für Verwaltungsmanagement. Zum Status der kommunalen Gesamtsteuerung und des KGA zeigen die Erhebungen: Geeignete Konzepte, Instrumente und Methoden liegen ausreichend vor, es hapert aber an der Umsetzung in die kommunale Praxis. Hier haben viele Kommunen Nachholbedarf und können beispielsweise die Fristen zur Aufstellung des Gesamtabschlusses nicht einhalten. Prof. Dr. Lasar umriss die typischen Schwierigkeiten, denen sich Kommunen entgegensehen und gab Empfehlungen zum Vorgehen auf Basis seiner ermittelten Erfolgsfaktoren. 

Den direkten Blick in die Praxis lieferte anschließend Ute von Massow, Fachbereichsleiterin Konzernsteuerung des Landkreises Darmstadt-Dieburg, mit ihrer Präsentation zur Erstellung des KGA. Der Landkreis hat bereits Abschlüsse für die Jahre 2015 und 2016 vorgelegt, der Abschluss 2017 ist in Arbeit. Für Ute von Massow hat sich mit der Erstaufstellung und effizienten Folgeabschlüssen bestätigt, dass die Einführung von IDL.KONSIS als professionelle Konsolidierungssoftware der richtige Weg war. Ihre Empfehlungen an das Publikum betrafen vornehmlich die organisatorischen Grundlagen und Rahmenbedingungen. Vor allem gilt es, genügend Zeit in der Projektierung einzuplanen, z.B. zur Abstimmung der Buchungslogiken zwischen Zentrale und Beteiligungen, für IC-Abstimmungen, zur Vereinheitlichung von Kassenabschlüssen oder zur Zusammenstellung der geforderten Informationen durch die einzubeziehenden Beteiligungen. Eine vom Landkreis erarbeitete Gesamtabschlussrichtlinie sorgte hier für klare Rahmenbedingungen, an denen sich alle Beteiligten orientieren konnten. 

Harald Frühwacht, Geschäftsführender Gesellschafter der IDL GmbH Mitte, ergänzte danach den Blick auf den KGA um das Beteiligungscontrolling als weitere zentrale Aufgabe des kommunalen Finanzberichtswesens. Beide Berichtsstränge sehen sich ähnlichen Herausforderungen gegenüber, die vor allem aus der Heterogenität der einzubeziehenden Beteiligungen resultieren. Mit der Vorführung der IDL Suite zeigte Harald Frühwacht auf, was moderne Software hier für ein einheitliches und effizientes Berichtswesen im "Konzern Kommune" leisten kann: Standardisierung von Berichtsstrukturen und -prozessen, automatisierte Datenströme, durchweg nachvollziehbare Ergebnisse und moderne Informationsprozesse bis hin zur digitalen Präsentation in der Ratssitzung schaffen die notwendigen Grundlagen und ebenen den Weg für eine zielorientierte Kommunale Gesamtsteuerung.


Dr. Ulrich Keilmann, Direktor des Hessischen Rechnungshofes, rundete das Programm mit seinem Vortrag ab. Auf Basis von Ergebnissen und Benchmarks aus der Überörtlichen Prüfung Kommunaler Körperschaften (ÜPKK) gab er den Teilnehmern einen Überblick über die Lage der Kommunalfinanzen und nannte zentrale Erfolgsfaktoren für die Konsolidierung und Steuerung des Kernhaushalts, für die Beteiligungssteuerung und für den Gesamtabschluss. Der Vortrag endete mit einem Ausblick auf EPSAS (European Public Sector Accounting Standards), was thematisch in die abschließende Diskussion der Teilnehmer mit den vier Referenten überleitete. Nach Detailfragen zu den einzelnen Vortragsthemen war in dieser Abschlussrunde auch die Einschätzung der Experten zur künftigen Entwicklung der kommunalen Finanzberichterstattung gefragt. 

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