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Nur gemeinsam zukunftsfähig

Ein zweigleisiges Berichtswesen für interne und externe Adressaten ist im deutschsprachigen Raum die Regel. Getrieben durch Globalisierung und die Finanzkrise kommen jedoch neue Anforderungen hinzu, die bisher gezogene Grenzen in der Berichterstattung verfließen lassen.

Das wirkt sich auf die Informationsprozesse und Organisation im Finanzbereich aus – Kooperation aller Beteiligten ist der Schlüssel zum Erfolg.

Finanzbuchhaltung und Controlling, die üblicherweise für die parallel geführten Berichtswelten zuständig sind, kommen im Geschäftsalltag meist ohne einander aus. Die spezialisierten Abteilungen arbeiten mit unterschiedlicher Zielrichtung und liefern dementsprechend verschiedene Informationen. Für die getrennten Rechnungssysteme gibt es gute Gründe: Der Detaillierungsgrad der Berichte, die im Controlling zum Teil bis auf die operative Ebene der Geschäftstätigkeit analysiert werden, um die Unternehmenssteuerung pointiert zu unterstützen, haben in der externen Kommunikation nichts zu suchen. Und umgekehrt sind beispielsweise komplizierte steuerliche Aufstellungen aus dem legalen Jahres- oder Konzernabschluss nicht unbedingt hilfreich für die tägliche Entscheidungsfindung in einer Niederlassung oder einem Produktbereich.

Informationen für Shareholder

In globalisierten Märkten kommen jedoch vor allem im Bereich der externen Berichterstattung vielfältige neue Anforderungen hinzu. Mussten Finanzabteilungen bis dato hauptsächlich verlässliche Finanzkennzahlen im Rahmen der legalen Berichterstattung liefern, stehen heute auch Investoren als Adressaten stark im Fokus. Deren Erwartungen sind hoch – zu Recht, wie die Erfahrungen seit der weltweiten Finanzkrise vor Augen geführt haben. Wer in Zeiten volatiler globalisierter Märkte investiert, darf umfassende und verlässliche Informationen zur Unternehmensentwicklung erwarten. Die Ansprüche an Aktualität, Umfang, Präzision, Transparenz oder internationale Vergleichbarkeit des Berichtswesens steigen kontinuierlich, und wer diese Ansprüche erfüllen kann, hat greifbare Wettbewerbsvorteile bei der Suche nach kostengünstigen Finanzierungsmodellen.

Der gesteigerte Informations- und Sicherheitsbedarf bildet aber auch den zentralen Ansatzpunkt, um den sich neue verpflichtende Regularien für die externe Berichterstattung formieren. Die erweiterten Berichtspflichten, die sich im Rahmen der Jahres- und Konzernabschlüsse nach HGB vor allem im Lagebericht manifestieren, und die Leitlinie des IFRS-Regelwerks lassen sich auf einen zentralen Nenner bringen: Auch sie haben die Shareholder im Blick, d.h. Investoren am Kapitalmarkt sollen über die reine Finanzsicht hinaus umfassende Informationen mit Blick auf die Wertorientierung und Risikominimierung für ihre Anlageentscheidungen zur Verfügung gestellt bekommen. Neue Themen wie das Nachhaltigkeits-Reporting wirken sich darüber hinaus bis ins Endkundengeschäft aus; die entsprechenden Informationen können Marken stärken und den Verkaufserfolg entscheidend beeinflussen.

Kooperation ist gefragt

Ob mit Blick auf die eigene Wettbewerbsposition oder zur Erfüllung komplexer Berichtspflichten – die neuen Herausforderungen machen sich schon heute im Tagesgeschäft der zuständigen Fachabteilungen bemerkbar. Es zeichnet sich ab, dass das Rechnungswesen die erhöhten Anforderungen nicht alleine stemmen kann. Schon die notwendige Aktualität der Berichterstattung, die sich in den inzwischen üblichen verkürzten Berichtszyklen, unterjähriger Berichterstattung, rollierender Planung und Fast-Close-Abschlüssen niederschlägt, erfordert im gesamten Unternehmen gut organisierte abteilungsübergreifende Berichtsprozesse und eine professionelle IT-Umgebung bis hin zum effizienten Datenmanagement. In diesem Zusammenhang werden auch im Konsolidierungs- und Reportingprozess Cloudund Mobile-Ansätze immer bedeutsamer für die schnelle und kosteneffiziente Abwicklung.

Neben den klassischen Finanzkennzahlen fließen außerdem immer mehr ergänzende Informationen wie Planwerte aus dem operativen Controlling, Kennzahlen aus dem Risikocontrolling und Compliance-Informationen aus internen Kontrollsystemen in die externe Berichterstattung ein. Dafür müssen die zuständigen Fachabteilungen zusammenarbeiten, übergreifende Berichtsstrukturen definieren und die Systemintegration vorantreiben. Und mit Themen wie Nachhaltigkeits-Reporting kommen neue Anforderungen hinzu, um die sich weitere Expertenteams formieren werden.

Finanzbereich als Kompetenzzentrum

Der Finanzbereich, in dem die vielfältigen Informationen zusammenlaufen, entwickelt sich damit zum Kompetenzzentrum für die wertorientierte Unternehmenssteuerung. Zentraler Ansprechpartner für interne und externe Stakeholder sind CFO bzw. vergleichbare übergreifende Finanzfunktionen. Diese fungieren schon heute oft als Koordinatoren und treiben neue Arbeitsprozesse, Organisationsformen und die Systemintegration voran, um ihren Berichtspflichten nachkommen zu können und nach allen Seiten auskunftsfähig zu sein. Finanzverantwortliche sind zunehmend Initiatoren für die Etablierung neuer Technologien, die z.B. Mobilität, Collaboration, Workflows und Wikis unterstützen und damit die Einrichtung von „Shared Services“ oder „Centers of Excellence“ ermöglichen.

Diese agilen Organisationsformen ermöglichen es, ständig wachsende Compliance-Vorgaben und erhöhte Anforderungen von Investoren an die Berichterstattung in den Griff zu bekommen. Die neuen Aufgaben im Finanzbereich sind längst in der Praxis der Unternehmen angekommen. Das betrifft nicht nur die Großkonzerne wie beispielsweise Chemie- und Pharmariesen, die bei zukunftsorientierten Themen wie Nachhaltigkeits-Reporting Vorreiterrollen einnehmen. Auch erfolgreiche mittelständische Konzerne sind heute meist international aktiv und stellen sich mit dem Ausbau ihrer unternehmensweiten Berichtsplattformen auf internationale Berichtspflichten und anspruchsvolle externe Adressaten wie Investoren und Aufsichtsräte ein. Beispiele sind IDL-Kunden wie e-shelter, Wanzl und HANSA-FLEX, die sich mit integrierten Systemen für Controlling, Planung und Konsolidierung, konzernweit standardisierten Berichtsstrukturen und kooperativer Organisation im Finanzbereich beste Voraussetzungen für weiteres internationales Wachstum geschaffen haben.

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