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Kommentar: Externes Berichtswesen vor neuen Herausforderungen

Die externe Berichterstattung ist an vielen Stellen im Umbruch. Aktualität, Umfang, Präzision, Transparenz, internationale Vergleichbarkeit - der Anspruch steigt und auf allen Ebenen werden neue Anforderungen gestellt, die sich zunehmend in den Regularien der Rechnungslegung niederschlagen.

Auch neue Ansätze und Richtlinien, die nicht Gegenstand offizieller Gremien sind oder sich noch im Status der Diskussion befinden, machen sich direkt in der täglichen Arbeit der zuständigen Fachabteilungen bemerkbar.

Ein starker Antreiber ist dabei die Erwartungshaltung von Investoren, Banken und Shareholdern, die zeitnah und korrekt informiert sein wollen. Wer diese Erwartungen erfüllen kann, hat greifbare Wettbewerbsvorteile bei der erfolgskritischen Suche nach kostengünstigen Finanzierungmodellen.

Information und Sicherheit treiben Komplexität

Ob im Rahmen gesetzlicher Neuerungen oder mit Blick auf die eigene Wettbewerbsposition - es gibt viele gewichtige Gründe, sich mit wachsenden Anforderungen an das externe Rechnungswesen auseinanderzusetzen.

Klar ist: Einfacher wird die Aufgabe nicht. Die Erwartungen der Geldgeber beispielsweise sind inzwischen sehr hoch - zu Recht, wie die Erfahrungen seit der weltweiten Finanzkrise vor Augen geführt haben. Wer in Zeiten volatiler globalisierter Märkte investiert, darf umfassende und verlässliche Informationen zur Unternehmensentwicklung erwarten.

Der gesteigerte Informations- und Sicherheitsbedarf in diesen Marktbedingungen bildet auch den zentralen Ansatzpunkt, um den sich neue Regularien für die externe Berichterstattung formieren. Dieses wachsende Netz an Vorschriften erhöht wiederum die Komplexität des Berichtswesens und die damit verbundene Gefahr von Compliance-Verstößen.

Von Fast-Close bis Lagebericht - ein effizientes Datenmanagement ist gefordert

Zumindest die konsolidierungspflichtigen Unternehmen werden sich verstärkt mit der Frage beschäftigen müssen, wie die wachsende Komplexität im Rechnungswesen zu bewältigen ist. Bei der Betrachtung einzelner Themen, die bereits Standard oder derzeit im Gespräch sind, zeigt sich: Die zuständige Rechnungswesen-Abteilung kann es nicht alleine schaffen.

Der schon seit Jahren propagierte Fast-Close-Abschluss z.B. erfordert im gesamten Unternehmen gut organisierte Berichtsprozesse und eine professionelle IT-Umgebung, bis hin zum effizienten Datenmanagement. Zukünftig werden auch im Konsolidierungs- und Reportingprozess Cloud- und Mobile-Ansätze immer bedeutsamer für die schnelle und kosteneffiziente Abwicklung werden. Auch die parallele internationale Rechnungslegung, die mit der Globalisierung von Unternehmen einhergeht, erfordert ein strukturiertes Beteiligungsmanagement und eine fachlich ausgereifte Konsolidierungssoftware.

Auch im Lagebericht zum Konzernabschluss werden immer mehr ergänzende Informationen aus den Bereichen Risikomanagement, Nachhaltigkeit, Integrierte Berichterstattung oder präzise Prognosen gefordert. Die entsprechenden Informationen stammen aus den Systemen der diversen internen Fachabteilungen, z.B. dem Controlling und dem Risikomanagement, und bei der Umsetzung moderner IT-Strategien kommt die IT-Abteilung ins Spiel.

Die Chance liegt im Zusammenspiel: Abteilungsübergreifende Kooperation als Schlüsselfaktor

Die abteilungsübergreifende Kooperation ist der Schlüsselfaktor, mit dem die vielfältigen Anforderungen an das externe Berichtswesen zukünftig zu bewältigen sind. Hier liegt aber auch die Chance, moderne unternehmensweite Informationsprozesse und Berichtsplattformen zu etablieren, mit der die Unternehmensleitung selbst den Überblick behält und jederzeit sicher steuern kann.

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