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Flat Design: Neues Bedienkonzept auf dem Vormarsch

Gutes Oberflächen- und Navigations-Design postuliert Einfachheit, reduziert Komplexität und erfordert Mut. Der User-Experience-Experte erklärt, worauf es bei der Interaktion zwischen Nutzer und Produkt ankommt und wie modernes Flat Design eine Antwort auf die Anforderungen der digitalen Welt geben kann. 

Was ist User Experience Design?

UX-Design erfordert eine sehr weitreichende und ganzheitliche Betrachtungsweise und hängt sehr stark vom jeweiligen Kontext ab, der designt werden soll. Technisch unterscheiden sich heutige digitale Produkte wie Apples iPhone, Googles Nexus oder Microsoft Surface kaum noch.

Um in einem immer enger werdenden Markt erfolgreich zu sein, reicht es nicht mehr aus, nur technisch reibungslos funktionierende Hardbzw. Software zu entwickeln. Anwendungen sollten nicht nur einfach nutzbar, sondern auch mitreißend und in einem gewissen Maß begehrenswert sein sowie zur Interaktion auffordern.

In der Einfachheit liegt die höchste Vollendung! Komplexität stiehlt Zeit und Ressourcen, bindet uns unnötigerweise mit Dingen, die vermeidbar wären. UX-Design beschäftigt sich mit allen Strategien zur Vereinfachung, unter Einbeziehung aller Aspekte der Erfahrungen eines Nutzers bei der Interaktion mit einem Produkt, Dienst, einer Umgebung oder Einrichtung. Immer mit dem Ziel, ein ganz besonders nutzerspezifisches Erlebnis zu schaffen!

Flat Design - Medienübergreifend im Einsatz

Desktops

Microsoft setzte mit Windows 8 erstmals auf Flat Design - Klare Seitenaufteilung, einfache Navigation und reduzierte, "flache" Icons sind typisch für den neuen Stil. 

Administrationsoberflächen
Windows Server 2012 Manager - Neben Webseiten und Fachanwendungen hält das Flat Design inzwischen auch in technischeren Oberflächen Einzug und unterstützt beim schnellen Überblick und bedarfsgerechter Navigation.

Social Media
LinkedIn - das Soziale Netzwerk stellt in seiner aktuellen iPad-App Nachrichten und Neuigkeiten bereits im Flat Design dar und führt die Anwender über eine intuitive Semantic-Zoom-Navigation.

Consumer Services
DB Navigator für Windows Phone - die Deutsche Bahn setzt bei Fahrplan-Informationen auf einfache Erfassbarkeit und führt mit schlanken Icons durchgängig durch die mobile Auskunft.

Smartphones
Apple iPhone-Oberfläche iOS7 - auch Apple schlägt mit seiner neuen iOS7-Oberfläche den Weg des Flat Designs ein. 3D-Effekte verschwinden zunehmend, reduzierte Icons halten Einzug.

Was sollte gutes User Experience Design leisten?

Gutes UX-Design orientiert sich optimalerweise immer an den jeweiligen Aufgaben, Wünschen und Bedürfnissen der späteren Nutzer. Entsprechende Methoden ermöglichen hierbei die Identifikation aller Zielgruppen und deren Aufgaben, um Fehlerquellen möglichst im Vorfeld zu vermeiden. Auch die beste Methode ersetzt nicht eine gewisse Empathie für kommende Trends und Entwicklungen.

Ist der Anbieter offen für Veränderungen, dann lassen sich auch neuartige Ansätze etablieren, die wiederum einen klaren Wettbewerbsvorteil bedeuten können. Apple hat dies in den vergangenen Jahren oft vorgemacht und wurde damit zur wertvollsten Marke der Welt. In letzter Zeit hat Apple jedoch immer weiter an einstiger Strahlkraft verloren, was in erster Linie an fehlendem Mut und einem leider nur schleichenden Veränderungswillen liegt.

Ein letzter sehr wichtiger Aspekt von gutem UX-Design ist, dass schätzungsweise die Hälfte der Entwicklungszeit bei Software-Projekten für unnötig gewordene Dialoge und überflüssige Nacharbeiten vermieden werden kann. Auch hier helfen entsprechende Methoden, Anforderungen besser zu erheben, um für den Nutzer ein möglichst simples und nahezu perfektes Nutzungserlebnis zu schaffen.

Was sind die Trends?

Windows Phone hat damit angefangen; die Windows 8 RT Oberfläche ist der lebende Beweis dafür, dass sich entsprechender Mut irgendwann auszahlen muss. Seitdem heißt der Design- Trend der Stunde für die digitale Welt „Flat Design“.

Mittlerweile sind auch Google+ und Apple mit dabei und eine gesamte Branche sucht nach einem möglichst formalen Minimum an Gestaltungselementen, ohne den anderen zu kopieren. Neben der visuellen Komponente gibt der Ansatz auch eine überfällige Antwort auf die immer stärker zunehmende Komplexität heutiger digitaler Anwendungen.

Die Einführung von Smartphones und Tablets erfordert allein schon wegen der unterschiedlichen Displaygrößen einen neuen Minimalismus in der Gestaltung von Anwendungen. Software muss heute auf allen Geräteklassen plattformübergreifend verfügbar sein. Der Funktionsumfang ist an die Anforderungen der Nutzer in den entsprechenden Anwendersituationen anzupassen. Berichte werden auf dem PC erstellt, in der S-Bahn mit dem Tablet konsumiert, Termine mit dem Smartphone koordiniert. Die digitale Zukunft findet nicht mehr an einem Ort statt, sondern in allen Lebensbereichen. Flat Design steht hierbei nicht per se für die Lösung schlechthin und gute Usability wird vor allem ohne hervorragende und konsequente UX-Konzeption weiterhin nicht auskommen.

Seit Windows Phone mit seiner revolutionären 8 RT Oberfläche heißt der Design-Trend der digitalen Welt "Flat Design". Die neuen Oberflächenkonzepte geben Antwort auf die zunehmende Komplexität digitaler Anwendungen sowie auf die Anforderung, Applikationen auf unterschiedlichsten Endgeräten und Displaygrößen nutzen zu können.

Modernes UI bringt Einfachheit und Fokussierung

Technisch unterscheiden sich heutige digitale Produkte wie Apples iPhone, Googles Nexus oder Microsoft Surface kaum noch. Um in einem immer enger werdenden Markt erfolgreich zu sein, reicht es nicht mehr aus, nur technisch reibungslos funktionierende Hard- bzw. Software zu entwickeln. Anwendungen sollten nicht nur einfach nutzbar, sondern auch mitreißend und in einem gewissen Maß begehrenswert sein sowie zur Interaktion auffordern. Gutes Oberflächen- und Navigations-Design postuliert Einfachheit, reduziert Komplexität und erfordert Mut.

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